Schon bald nach der ersten urkundlichen Erwähnung
Berlins im Jahr 1237 begann auch der Teil seiner anrüchigen
Geschichte.
Die Menschen sahen damals wenig Sinn ihre ländlichen
Gewohnheiten nur deshalb zu ändern, weil sie plötzlich
zu hunderten und tausenden beisammen wohnten.
So schilderte STRECKFUSS (1886) das Leben in
Berlin im Jahre 1350 wie folgt:
"Die Häuser standen fast sämmtlich
einzeln; zwischen ihnen zogen sich Gänge hin, aus
denen oft ein unmöglicher Geruch herausströmte,
denn man benutzte diese Zwischenräume zu Kloaken.
Die Strassen waren nur zum Theil gepflastert, sie wurden
von den Bürgern ohne Scheu zur Aufsammlung des
Düngers benutzt, große Misthaufen thürmten
sich zur Seite der Hausthür auf, denn die meisten
Bürger waren zu dieser Zeit Ackerwirthe und Viehhalter.
Auf dem Markt und den Kirchplätzen wurden Kehricht
und anderer Unrath in so großen Haufen geschüttet,
daß es oft gefährlich war, diese Plätze
zu passieren."
Zu dieser Zeit lebten etwa 6-7.000 Menschen in den
Gemeinden Berlin und Cölln. 1871 lebten fast 1 Million
Menschen in Berlin.
Die meisten von ihnen verrichteten ihre "kleinen"
und "grossen" Geschäfte auf Plumpsklos.
Darüber hinaus existierten etwa 16.000 Wassertoiletten
die jedoch aufgrund fehlender Kanalisation in den Rinnstein
oder direkt in die Flüsse und Kanäle entwässerten.
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